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Online-Journalismus wird pauschal
schlecht gemacht

AG Social Media kritisiert einseitige Darstellung von Internet-Medien im “Medienführerschein” an Bayerischen Grundschulen.

München, 1.2.2011

Die Arbeitsgemeinschaft Social Media e.V. widerspricht der einseitigen Darstellung von Bloggern als unzuverlässige Quelle in der Broschüre “Schau genau hin! Nachrichtenwege erkennen und bewerten”, die im Rahmen der Initiative “Medienführerschein” an Bayerischen Grundschulen im Unterricht eingesetzt werden soll und fordert die Bayerische Staatsregierung auf, dieses Heft zurückzuziehen und nicht länger zu verteilen.

Nach Ansicht der AG Social Media ist die Broschüre “Schau genau hin! Nachrichtenwege erkennen und bewerten” (https://www.medienfuehrerschein.bayern.de/Schau-genau-hin.n47.html) nicht geeignet, Kinder an eine kritische und selbstbewusste Nutzung des Medienangebots heranzuführen. Holzschnittartig wird hier eine Fiktion von Qualitätsjournalismus, der angeblich von den Zeitungen geleistet wird, einem scheinbar unkontrollierbaren und qualitativ minderwertigem Netz-Journalismus gegenüber gesetzt.

Deutsche Schulen fallen im internationalen Vergleich immer weiter zurück. Wir halten es nicht nur deshalb für sehr wichtig, Schüler zur Nutzung der neuen Medien zu motivieren und sie gezielt ans Internet heranzuführen. Ebenso sollten die Schüler über den Beruf des Journalisten und die Rolle von Verlagen aufgeklärt und angeleitet werden, Medien als Quelle für Information kritisch zu nutzen.

AG Social Media entwickelt
Open- Source- Zählverfahren für Onlinemedien

Die Methodenarbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft Social Media e.V. hat am 10. Mai in Berlin mit der Umsetzung eines offenen Zähl- und Messsystems für Onlinemedien mit besonderem Fokus auf Social Media wie Blogs, Foren und Communities begonnen.

Im Unterschied zu bestehenden Messsystemen soll das Zählverfahren zur Reichweitenmessung, den von der Arbeitsgemeinschaft Social Media beschlossenen Kriterien der Transparenz, Kompatibilität und Internationalität genügen. Das heißt, das das Verfahren von einzelnen Bloggern und Forenbetreibern ohne technische oder gar finanzielle Hürden eingesetzt werden kann. Jörg Blumtritt (Vorsitzender der AG Social Media): “Ein Open-Source-Zählsystem gewährleistet nicht nur, dass jeder Social-Media-Produzent Zugang zu einer validen Reichweitenausweisung hat, sondern ist auch der einzige Weg in Richtung internationale Vergleichbarkeit.”

Auf diese Weise können auch diejenigen Social-Media-Produzenten zuverlässige Zahlen ausweisen, die bislang nicht in die gängigen Reichweitensysteme integriert waren. Die Daten, die bezogen auf einzelne Content-Objekte erhoben werden, können über eine offene Schnittstelle weiteren Anbietern zur Verfügung gestellt werden. Diese können die Daten dann in ihren Systemen weiter bearbeiten und interpretieren.

“Wir haben ein Forschungssystem skizziert, das offen steht für alle, die in Social Media publizieren, kompatibel zur bestehenden Praxis in der PR-Evaluation und international skalierbar.”, so Jörg Blumtritt, Vorsitzender der AG Social Media.

Im Rahmen einer Pilotstudie wird zugleich das zweite Schlüsselkonzept des Measurementmodells der Arbeitsgemeinschaft Social Media – die “erweiterte Reichweite” untersucht und für das Zählverfahren gemessen. Dr. Benedikt Köhler, Stv. Vorsitzender der AG Social Media: “Mit der Pilotstudie zur erweiterten Reichweite wollen wir das Potenzial Phänomen der viralen Verbreitung von Social-Media-Inhalten abbilden und messbar machen.”

Teilnehmer der Methodenarbeitsgruppe sind u.a. mokono (blog.de), Business Intelligence Group, ethority, The Nielsen Company, Hering Schuppener, Ausschnitt Medienbeobachtung.

Artikel in der wuv “AG Social Media schafft Mediawährung für Blogs”

Hintergrund: Chronologie der Arbeitsgruppe Measurement

Jan 2008 Nach einem Blog-Aufruf auf blog.metaroll.de wird die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Social Media auf der re:publica in Berlin beschlossen.
Mai 2008 Formale Vereinsgründung Vorstandsvorsitzender: Jörg Blumtritt, Stellvertreter: Benedikt Köhler.
Jul 2008 Bildung der Arbeitsgruppe; Beginn der Stoffsammlung
Apr 2009 Erster Social Media Measurement Summit SMMS09 in Hamburg; Definition der Dimensionen einer möglichen Social Media Währung
Mai 2009 Erhebung einer Studie “Socialmedia Kennzahlen bei Unternehmen” in Zusammenarbeit mit Sapient
Sep 2009 Vorstellung der Ergebnisse der Studie; 2. Mitgliederversammlung; Wiederwahl und Erweiterung des Vorstands
Mrz 2010 Zweiter Social Media Measement Summit SMMS10 in Berlin; Diskussion von Alternativen Währungssystemen
Mai 2010 Workshop zur Ausarbeitung der Ergebnisse des SMMS10 in Berlin

Podiumsdiskussion “Ist das wirklich Rundfunk?” zur Genehmigungspflicht von Streamingangeboten

Im Juli letzen Jahres änderte der Medienrat der Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM) die Fernsehsatzung dahingehend, dass Livestreaming-Angebote im Internet mit mehr als 500 gleichzeitigen Zugriffsmöglichkeiten genehmigungspflichtig und ab 10.000 potentiellen gleichzeitigen Nutzern wie Kabelsender zu behandeln sind. Die BLM setzt dabei eine Richtlinie um, die auf EU-Ebene beschlossen wurde und sich ebenfalls im 12. Rundfunkstaatsvertrag wiederfindet. Die BLM nimmt damit in Deutschland eine Vorreiterrolle unter den Landesmedienanstalten ein.

Bedingt durch die Medienkonvergenz trifft im Internet regulierter klassischer Rundfunk auf freie nicht regulierte Presse. Zwischen die Fronten geraten Angebote aus den Bereichen Kultur, Bildung und Forschung, die in dieser Form erst durch den Medienwandel entstanden sind und deren Zuordnung zu Presse und Rundfunk nicht ohne weiteres möglich ist. Historisch bedingt ergibt sich die Rundfunkrechtsprechung aus der Frequenzknappheit und der Angst, es könne jemand mit dem Medium die Massen manipulieren. Die Freiheit der Presse wurde im Spiegel-Urteil vom Bundesverfassungsgericht bestärkt und als wesentlicher Faktor im demokratischen Willensbildungsprozess hervorgehoben.

Die BLM hatte bereits im Oktober auf die entstandene Diskussion reagiert und versucht die Realität des Internets mit an den Tisch zu holen. Da die Kontroverse nicht aus der Welt geschafft werden konnte, hat sich die Arbeitsgemeinschaft Social Media e.V. entschieden, im Internet eine virtuelle Podiumsdiskussion zu veranstalten. Dafür soll eine Streaming-Technik genutzt werden, die in dieser Form noch nicht im Fokus der Diskussion war, aber dafür zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ob eine Bagatellgrenze von 500 bzw. 10.000 potentiellen Nutzern für die Abgrenzung ein hinreichendes Kriterium ist, ist zu klären.

  • Termin: Mittwoch 4. Februar 2009
  • Zeit: 18:00-19:30
  • Ort: Hier im Internet, mit freundlicher Unterstützung von make.tv
  • Podiumsteilnehmer: U.a. Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring (Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien) und Thomas Langheinrich (Vorsitzenden der Kommission für Zulassung und Aufsicht, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg)
  • Moderation: Luca Hammer

Das ganze findet als virtuelle Podiumsdiskussion statt, d.h. die Diskutanten werden über Livevideostream zusammengeschaltet. Damit wird also genau das Medium genutzt, über das gesprochen wird. Alle anderen könn sich zudem via Live-Chat direkt auf der Streamingseite beteiligen.

AG Social Media kritisiert geplante Genehmigungspflicht digitaler Videostreams

Die Arbeitsgemeinschaft Social Media e.V. in Gründung äußert erhebliche Bedenken gegen die von der Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) geplante Genehmigungspflicht für Streaming-Angebote. Durch eine änderung ihrer Fernsehsatzung will die BLM für Live-Streams mit mehr als 500 gleichzeitigen Nutzern künftig eine Lizenzpflicht einführen.

München, 17. Juli 2008. Die Möglichkeit der audiovisuellen Kommunikation mit einer großen Zahl von Internetnutzern ist eine der wichtigsten Innovationen der letzten fünf Jahre im Bereich der sozialen Medien. Durch das Streaming wird das, was mit Foren und Weblogs begonnen hat – nämlich ohne teure Investitionen in eine Infrastruktur mit einer großen Zahl von Gesprächspartnern in einen Dialog zu treten – in der audiovisuellen Dimension fortgesetzt. Zahlreiche Konferenzen, Hochschulen und Vereine nutzen diese Möglichkeit, um Personen an Vorträgen und Diskussionen teilnehmen zu lassen, ohne dass diese physisch anwesend sein müssen. Auch die BLM hat im übrigen die von ihr mitveranstalteten Medientage München im vergangenen Jahr ins Netz übertragen.

Besonders verwirrend ist, dass die Bayerische Medienbehörde die Genehmigungspflicht nicht an die tatsächliche Zahl der Gesprächspartner koppelt, sondern an die Zahl der potentiell erreichbaren Personen. In Deutschland kann nahezu jedes derart gestaltete digitale Angebot theoretisch 40 Millionen Internetnutzer erreichen. Ob diese Erreichbarkeit tatsächlich realisierbar ist, hängt vor allem von den technischen Gegebenheiten ab. Würden die Pläne der BLM wie geplant umgesetzt, würden für jedes Livestreaming erhebliche Kosten anfallen. Die dadurch erforderliche Selektion in genehmigungsfreie und genehmigungspflichtige Videostreams wäre ein weiterer Schritt in Richtung Aushöhlung der Netzneutralität.

Die Arbeitsgemeinschaft Social Media lehnt die geplante Genehmigungspflicht ab, da sie…

a) … ein schwerwiegender Eingriff in die Meinungsfreiheit der Bürger ist. Die Möglichkeiten der öffentlichen und teil-öffentlichen Meinungsfreiheit in der digitalen Welt dürfen nicht dem behördlichen Regulierungseifer geopfert werden;

b) … technikfeindlich ist. Ein derart welt- und webfremder Regulierungsversuch des Internetstreamings in Bayern hätte nur zur Folge, dass entsprechende Angebote in andere (Bundes-)Länder ausweichen würden und auf diesem Sektor in Bayern auf längere Zeit keine Innovationen zu erwarten wären. Die Zukunft wäre die digitale Kleinstaaterei.

c) … die freie Entfaltung der Wissensgesellschaft behindert. Die Wissensgesellschaft lebt von Austausch, Kommunikation und Dialog. Das digitale Videostreaming hat sich als kostengünstiger, schneller und effektiver Weg herausgestellt, Ideen zu entwickeln und zu diskutieren. Diese Möglichkeit muss erhalten bleiben.

Deshalb fordern wir die BLM auf, diese Pläne nicht weiter zu verfolgen, die Fernsehsatzung entsprechend abzuändern und das digitale Streaming als wichtige Ressource für Meinungsfreiheit, Innovation und Wissenstransfer zu fördern.

Kontakt:
Dr. Benedikt Köhler
M: benedikt [at] ag-sm.de
Tw: twitter.com/furukama

Presse
Christian Faltin
cocodibu GmbH
Tel. 089-38192-201
presse@cocodibu.de

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“Arbeitsgemeinschaft SOCIAL MEDIA” nimmt Arbeit auf

München, 8. Mai 2008

Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft Social Media am 7. Mai in München

Die Doodle-Kurzumfragen haben ergeben, dass für die Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft Social Media der 7. Mai in München den besten Kompromiss darstellt. Deshalb wollen wir uns an diesem Tag in München treffen:

Ort:
Galerie Royal
Luisenstr. 66
81798 München
U-Bahn U2 Theresienstr.
Bus 154 Hst. Luisenstr.
Lageplan: http://www.galerieroyal.de/?p=250

Zeit: 14:00-17:00

Dort wollen gemeinsam über die Satzung des Vereins entscheiden und den Verein offiziell gründen. Der aktuelle Satzungsentwurf steht im Wiki der AG Social Media und kann dort eingesehen und verändert werden: http://ag-sm.de/wiki/index.php/Satzung Wer noch keinen Wiki-Zugang hat – eine kurze Mail an kontakt @ ag-sm.de genügt, dann richten wir den Account umgehend ein. Wer an dem Termin nicht teilnehmen kann, aber dennoch an dem Satzungsentwurf mitwirken möchte, kann seine / ihre Position entweder im Wiki deutlich machen oder einen bevollmächtigten Vertreter in die Gründungsversammlung schicken.

Gemeinsam freuen wir uns auf den Austausch mit Euch und einen ergebnisreichen Nachmittag. Bitte die Teilnahme per Xing oder Email bestätigen.

mokono tritt der AG Social Media bei

Wir freuen uns, dass sich mit der mokono GmbH einer der größten Blogportal-Betreiber (in Deutschland z.B. blog.de) der Arbeitsgemeinschaft Social Media beigetreten ist. Aus der Pressemitteilung:

Die mokono GmbH präsentiert sich in dieser Woche als neuer Partner der Arbeitsgemeinschaft Social Media Forschung zur Etablierung von Standards für Blogs. Das Unternehmen betreibt ein europaweites Blognetzwerk, zu dem auch Deutschlands reichweitenstärkste Blog-Community blog.de gehört.

Die während der re:publica 08 gegründete Arbeitsgemeinschaft Social Media Forschung hat zwei große Ziele: Zunächst sollen Standards bei der Messung und wissenschaftlicher Erforschung der Blogs festgelegt werden. Weiterhin gilt es, die Relevanz von Blogs und ihren Stellenwert in der öffentlichkeit zu manifestieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine neue Währung geben wird, die

Gründung der Arbeitsgemeinschaft Social Media am 3.4.2008 in Berlin

Die Arbeitsgemeinschaft Social Media wurde am 3. April 2008 in Berlin anlässlich der re:publica gegründet. Ziel ist die Etablierung von Standards für die Vermessung und Erforschung von Weblogs und anderer Social Software.



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